PG Don Bosco
Wer kennt es noch das Sühnekreuz am Hang hinter der Mühle? Aus welchem Grund wurde es aufgestellt? Kann jemand Hinweise geben?

Das Sühnekreuz hinter der Mühle droht mehr und mehr im Dickicht zu verschwinden. Seit meinem letzten Besuch vor etwa drei Jahren ist das Gebüsch meterhoch gewachsen und nur nach längerem Suchen fand ich das Kreuz wieder. Schon als Kind hat mich die Frage umgetrieben, aus welchem Grund es aufgestellt wurde. Folgendes kann man im Internet darüber lesen (www.suehnekreuz.de):

"Dieses Kreuz weist zwei ganz unterschiedliche Bearbeitungsmerkmale auf: Vom Fuß bis zum Kreuzungsfeld ist im Halbrelief eine Lanze oder Speer angebracht, zwar plump, aber sorgfältig und durch zwei Rillen im Schaft auch schmuckhaft bearbeitet. Die Hacke links daneben ist nur eingeritzt, ebenso die Jahreszahl, die über die Arme so verteilt wurde, wie gerade noch Platz war. Am Kopf sind die Buchstaben C K ebenfalls eingeritzt. Diese Anordnung in Verbindung mit der unterschiedlichen Bearbeitung läßt den Schluss zu, daß Inschriften und Hacke erst nachträglich in das schon ältere Kreuz mit der Lanze eingeritzt wurden. Die eingeritzte Jahreszahl 1579 und die Buchstaben C K, die sicher die Anfangsbuchstaben eines Namens sind, könnten bei örtlichen Nachforschungen weiterhelfen. Bisher ist aus dieser Zeit nur bekannt, daß 1572 die Kirche m Burgwallbach erbaut wurde. Besitzer von Burgwallbach waren in dieser Zeit die Herren von Bibra. Man erzählt sich, daß an dem Ort, an dem das Steinkreuz aufgestellt wurde, sich zwei Brüder im Streit erschlagen hatten. Das ortsfremde Material des Steines läßt sogar daran denken, daß nach der Bluttat von 1579 das Sühnekreuz von anderer Stelle hierhergeholt und mit neuen Einritzungen nun als Erinnerungsmal für den zweiten Todesfall verwendet wurde."
aus: Steinkreuze und Kreuzsteine im Landkreis Rhön-Grabfeld; Schätzlein, Gerhard; 1985

Es ist also bisher völlig ungeklärt, aus welchem Grund das Kreuz aufgestellt wurde und es wird möglicherweise im Nachhinein auch nicht mehr zweifelsfrei zu klären sein.

Vielleicht sollte es, bevor es ganz im Dickicht verschwindet, an einem geeigneten Platz im Dorf oder im Friedhof neu aufgestellt werden, so mehr ins Bewußtsein der Bevölkerung zurückkehren und den folgenden Generationen erhalten bleiben.

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