PG Don Bosco

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Auf dieser Seite und unter www.katholisch-nes.de finden Sie immer wieder Impulse, liturgische Texte, Hausgottesdienste (auch für Familien) und Videos (Psalmen). Weitere Informationen zur aktuellen Situation in der Seelsorge gibt es hier.

Daneben ist Erich Herleth schon seit vielen Jahren Kirchenpfleger, Wallfahrtsführer, Lektor und Kommunionhelfer.

 

Als sich im Jahre 1965 ein Pfarrerwechsel andeutete, war dies für den langjährigen Küster Ludwig Mölter nach 45 Jahren der Anlass seinen Posten aufzugeben. Nach seiner Meinung sollte mit dem neuen Pfarrer auch ein neuer Küster seine Aufgabe übernehmen und er hatte auch schon jemanden als seinen Nachfolger ausgedeutet.

Erich Herleth war zu diesem Zeitpunkt ein eifriger und interessierter Ministrant und so fiel die Wahl trotz des jungen Alters von gerade mal 16 Jahren auf  ihn. Er ließ sich auch nicht lange bitten und betrachtete es damals und bis heute als eine besondere Ehre eine solch verantwortungsvolle Aufgabe zu bekleiden. Ludwig Mölter übergab dann im Oktober dem Erich den großen Kirchenschlüssel und so übernahm er am Allerheiligentag 1965 das Amt des Küsters. Pater Klaas vom Kloster Lebenhan leitete zu diesem Zeitpunkt kommissarisch die Pfarrei, bis im Januar 1966 Pfarrer Sass für 4 Jahre Pfarrer in Burgwallbach wurde. Pater Klaas war es auch, der den jungen Küster in seine Tätigkeit einwies. Rückblickend betrachtet Erich die 4 Jahre mit Pfarrer Sass als seine prägendste und schönste Zeit. Pfarrer Sass führte ihn dann so richtig in seine neue Tätigkeit ein und er verbrachte als junger Bursche viele Stunden im Pfarrhaus beim Pfarrer und seiner herzensguten Haushälterin Angelina. Ihr plötzlicher Tod war es auch, der Pfarrer Sass dazu bewegte, Burgwallbach bereits nach 4 Jahren wieder zu verlassen.Auf  Pfarrer Sass folgte für 19 Jahre Pater Kirmaier, dann für 4 Jahre Pater Winfried Schmitt. Seit nun mehr 23 Jahren dient Erich nun schon bei Pfarrer Mergenthaler. Insgesamt waren dies nun im November also 50 Jahre. Jeder Pfarrer hat seine eigene Persönlichkeit, aber mit allen ist er immer gut ausgekommen.

Eine solch lange Zeit als Küster war es wert, dass die gesamte Pfarrgemeinde am Kirchweihsonntag beim Festgottesdienst zu diesem seltenen Jubiläum gratulierte und ein herzliches Vergelt´s Gott sagte.

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Mit Herzenswärme und großem Engagement habe Erich tagein/- tagaus seinen aufopferungsvollen Dienst für die Pfarrgemeinde verrichtet, lobte Pfarrer Karlheinz Mergenthaler. In allen Gremien der Pfarrgemeinde habe er immer mit an der Spitze gestanden und seine Vorstellungen eingebracht, weshalb ihm ein ganz besonderer Dank gebühre. Als Geschenk überreichte er ihm die Figur des Heiligen Tarcisius, dem Schutzpatron der Ministranten und Kommunionhelfer. In seiner Jugend habe Tarcisius während der Zeit der Christenverfolgung den verfolgten Mitmenschen die Kommunion gebracht und sei zum Märtyrer geworden, weil er die Kommunion nicht seinen Peinigern überlassen wollte.

Auch die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Ingrid Reichert, lobte die große Hilfsbereitschaft von Erich Herleth über fünf Jahrzehnte. Er sei in dieser Zeit eine Institution für die Pfarrgemeinde geworden, seine guten Ratschläge und seine Tatkraft seien einfach unverzichtbar in all den Jahren gewesen.

Gemeinsam mit Joachim Kansog von der Kirchenverwaltung überreichte sie einen großen Geschenkkorb mit „kraftvollem“ Inhalt.

Freude mache die Arbeit, sagte der Jubilar zu den vielen Glückwünschen, welche ihm an diesem Kirchweihsonntag zuteil geworden seien. Er versprach auch weiterhin für seinen Kirchendienst da zu sein, solange er die Kraft hierzu verspüre. Bei einer Romreise, welche ihm kürzlich geschenkt worden sei, habe er auch gleich wieder die notwendige Motivation und Kraft für die nächste Zeit in sich aufnehmen können.

Erich gerät richtig ins Schwärmen, wenn er von dieser Reise erzählt, von der er schon viele Jahre geträumt hatte. Seine Tochter Michaela und Bruder Friedbert hatten alles organisiert und für die Familie und Freunde einen Reisebus gebucht, der alle nach Rom brachte. Bereits die Fahrt über die Alpen sei für ihn sehr beeindruckend gewesen. Aber vor allem Rom mit dem Petersdom, der Sixtinischen Kapelle und viele anderen prachtvollen kirchlichen und weltlichen Gebäude haben einen ungeheuren Eindruck auf Erich gemacht. Den Papst bei der Audienz auf dem Petersplatz zu erleben, der sich viel Zeit gelassen hat für die Gläubigen, all das wird er sein Leben lang nicht mehr vergessen.

Die Wünsche der Pfarrgemeinde fasste Pfarrer Karlheinz Mergenthaler in einem kurzen Segenslied zusammen: „ Gottes Segen sei mit dir, um dich zu schützen, um dich zu stützen auf deinen Wegen“.

Erich ist aber nicht nur seit 50 Jahren Küster. Bereits seit 1976 gehört er der Kirchenverwaltung an. Und wenn sich nicht Pater Kirmaier vehement dagegen gewehrt hätte, wäre er da wohl auch gleich Kirchenpfleger geworden. Von den anderen Mitgliedern der Kirchenverwaltung wollte diese Aufgaben nämlich niemand übernehmen und so wurde das Los geworfen. 1982 wurde Erich aber dann doch Kirchenpfleger und hat dieses Amt nun auch schon seit 34 Jahren inne.

In diese Zeit fielen drei umfangreiche Kirchenrenovierungen. 1988 bis 1989 erfolgte eine Innenrenovierung, bei der auch die heutige barocke Gestaltung des Altars, des Ambos, des Tabernakels und weiterer Gegenstände vorgenommen wurden. 2000 wurde der Turm saniert, die Turmkugel erneuert,  die Außenfassade neu gestrichen und Drainagen um die Kirche verlegt. Schließlich wurde 2006 wieder im Innern renoviert, gestrichen, und unter anderem der Kreuzweg mit den Tafeln neu gestaltet. Immer war Erich nicht nur für Planung,  Organisation, Finanzierung und Abrechnung  mitverantwortlich, sondern leistete  auch, zusammen mit den Burgwallbacher Bürgern, viele Arbeitsstunden.

Seit dem 18. Januar 1975 ist Erich auch Kommunionhelfer. Pater Kirmaier hatte ihn in seiner unnachahmlichen Art dazu überredet. Als ihn nämlich eines Sonntags sein Rückenleiden sehr plagte, sagte er dem Erich vor dem Gottesdienst, dass die Messe heute ausfallen muss, wenn er nicht das Verteilen der Hostien übernehmen würde. Weil der Gottesdienst auf keinen Fall ausfallen sollte, übernahm Erich diese Aufgabe. Nach dem Gottesdienst teilte ihm Pfarrer Kirmaier mit, dass er ihn schon zum entsprechenden Lehrgang angemeldet habe. Nein sagen war da wohl nicht mehr möglich. Aber so überzeugend konnte Pater Kirmaier halt sein.

Auch die Wallfahrten und Bitprozessionen liegen dem Erich am Herzen. Nach vielen Jahren Pause wird nun seit etwa 1980/81 wieder zum Kreuzberg gewallt und seit etwa 1990 finden auch die jährlichen Bittgänge wieder statt, sicher

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auch ein Verdienst von Erich, der sich seit dieser Zeit immer als Wallfahrtsführer und Vorleser zur Verfügung stellt und kaum eine Wallfahrt hat ausfallen lassen müssen. Da unser Pfarrer Mergenthaler nicht so gut zu Fuß ist, ist Erich dabei auch meist alleine als Lektor tätig, unterstützt  von Tanja Illig und seit einigen Jahren von unserem Patoralreferenten Christian Klug.

Dass der Erich bei den Wallfahrten zum Kreuzberg auch einen guten Draht nach oben hat, zeigte sich 2014. Da wurden wir von einem brasilianischen Priester verabschiedet und in der folgenden Woche stand das

Fußballweltmeisterschaftsspiel gegen Brasilien an. Der Pater wünschte uns ein gutes Spiel, aber mit einem brasilianischen Sieger. Wir haben dann heimwärts die Bitte nach einem deutschen Sieg nach oben geschickt. Wie das Spiel dann ausgegangen ist, ist ja jedem bekanntJ.

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Seit vielen Jahren ist der humorvolle Rückblick auf das vergangene Kirchenjahr der Höhepunkt der jährlichen, vorweihnachtlichen Feier unserer Seniorinnen und Senioren. Dem Erich gelingt es dabei immer wieder den Fingerzeig auf das zu richten, was sich an lustigen Dingen ereignet hat, spart dabei aber auch nicht mit Kritik, die allerdings humorvoll eingepackt wird.

Erich Herleth ist also ein vielseitiger Mann, der sich für die Kirche und unseren Ort seit vielen Jahren überdurchschnittlich engagiert.

Wir wünschen ihm viel Glück, Gesundheit und Gottvertrauen für die Zukunft und für den weiteren treuen Dienst für die Allgemeinheit.

 

 

  Einige Geschichten und Anektoden aus 50 jähriger Küstertätigkeit:

Wenn es Pfarrer Sass gelungen wäre, den Erich davon zu überzeugen, auf die höhere Schule zu gehen, hätte es solche Bilder vielleicht öfter gegeben. Aber dazu war Erich nicht zu überreden.

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Pfarrer Sass war zunächst sehr darüber enttäuscht, dass er "ein so junges Bübchen" als Küster haben sollte. Er war schließlich als Bauherr bekannt und nach Burgwallbach gekommen, um die dringend notwendige Kirchenrenovierung zu planen und durchzuführen. Bei seiner Amtseinführung sagte er dem anwesenden Dakan als dieser sich verabschiedete: "es wär ja alles nicht so schlimm, aber was soll ich den mit diesem Bübchen anfangen?" Pater Kirmaier und Pater Klaas, die beide schon in Burgwallbach ausgeholfen hatten und deshalb den Erich schon kannten, stellten dem jungen Kerl aber beide ein gutes Zeugnis aus und so hat es Pfarrer Sass mit ihm probiert und auch nie bereut.

Den jungen Küster Erich wollte Pfarrer Sass erst prüfen, bevor er ihm die Sonntagskollekte anvertrauen konnte. So lag in der ersten Zeit immer wieder, an verschiedenen Stellen in der Sakristei Geld offen herum. Erich wunderte sich darüber, sprach den Pfarrer aber auch nicht darauf an. Das ging so einige Wochen lang und das Geld blieb immer liegen. Erst nach dieser Prüfung übertrug dann Pfarrer Sass dem Erich die Aufgabe die sonntägliche Kollekte selbständig zu zählen und anschließend nach der Kirche ins Pfarrhaus zu bringen.

Es war 1968 an Karfreitag. Ein Ministrant hatte kurz  vor dem Gottesdienst das Holzkreuz umgestoßen. Dabei war das Querholz und die Arme vom Christus abgebrochen. Jetzt war guter Rat teuer. Wie sollte das Kreuz bis zum Gottesdienst wieder in Ordnung sein? Zum Glück war der damalige Hilfsküster Kurt Helbig Schreiner von Beruf. Er hat das Kreuz notdürftig zusammengeschraubt, dann wurde es noch mit dem Tuch verhüllt und keiner, auch nicht der Pfarrer, haben gemerkt, dass der Korpus nicht vollständig war. Bis Karsamstag hat der Kurt dann den Rest repariert und keiner hat von dem Missgeschick des Ministranten etwas mitbekommen.

 

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