PG Don Bosco
Gerade einmal 14 Jahre alt wurde die Schwester von Johann und Herrman Stumpf. Sie war mit ihrem Vater auf dem Motorrad unterwegs zur Arbeit. In der Nähe von Schönau kam es zum tödlichen Unfall. Am 4. September 1950 wurde sie auf dem Friedhof in Burgwallbach von Pfarrer Lorenz Firsching beerdigt. Im Nachlass von Hansi Stumpf wurde ihre Grabrede gefunden. Sie ist in altdeutscher Schrift verfasst und nicht mehr ganz vollständig zu entziffern.

Ansprache des Hochw. Hr.  Pfarrer Lorenz Firsching am Grab von Elfriede (mit Bleistift ergänzt)                                                                                                                    4.9.1950

Erschüttert stehen wir an diesem Grab, das den Eltern ihre geliebte Tochter raubte und den Brüdern ihre einzige Schwester. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel hat dieser Schicksalsschlag euch getroffen und Euch den Sonnenschein Eures Hauses, euer inniggeliebtes Kind genommen, das schon eine Stütze und ein Trost war. Sie war eine gute Schülerin und …. zuhause schon so fleißig und mitsorgend; ihre Mutter konnte sich in den häuslichen Arbeiten auf sie verlassen. Um ihren Vater bei der Arbeit zum Verdienst zu helfen, ging sie mit auf ihre letzte Fahrt. Wer es weiß, was es heißt, ein Kind begraben müssen, auf das man schon soviel Hilfe  und Liebe verwendet und von dem man schon soviel Hilfe und Liebe … und noch mehr erwarten durfte, der weiß Euren Schmerz zu würdigen; der weiß, daß eine solche Stunde, wo das jugendliche Leben zur letzten Ruh bestattet wird, zu den schmerzvollsten und bittersten des Lebens gehört. Wieviel Hoffnung geht mit diesem Sarg für immer fort. Und das: so sehr wir Euren Schmerz mitfühlen und teilen, so müssen wir doch sagen: was Gott tut ist wohlgemeint, wenn es auch anfangs nicht so scheint. Wenn ihr auch anfangs nichts spürt als Schmerz und Trauer, glaubt es: wie ein Trostwort von oben – aus dem Mund der Entschlafenen tönt es in euren Schmerz hinein: wißt ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist. Ein Herrliches Los ist auf mich gefallen. Zum Himmel, zum Vaterhaus wollen wir alle.- Wie gern ist die Entschlafenen hier auf Erden in die Kirche, zum heiligen Meßopfer, zu den Andachten. Ein steter Trost ist es für Euch, dass sie am Vorabend ihres Unglückstages gebeichtet und am Unglückstag selbst früh die heilige Kommunion empfangen hat. Sie wäre gewiß am Sterbetag wie ihren Mitschülerinnen am Herz Jesu Freitag auch nochmals zur heiligen Kommunion, wenn sie gekonnt hätte. Nun hat ihr Wort von der letzten heiligen Kommunion die rechte Erfüllung gefunden: Jesus dir sterb ich, Jesus dein bin ich im Leben und im Tod.

Wir dürfen auf sie die Worte der Schrift anwenden: da sie Gott wohlgefiehl, ist sie zum Liebling geworden, sie ward hinweggerafft, damit die Bosheit ihren Verstand nicht verkehre noch Trug ihre Seele täusche. Früh vollendet hat sie viele Jahre  erreicht, denn ihre Seele war Gott wohlgefällig, darum eilte er, sie aus der Mitte der  Laster  hinweg zunehmen.  sehr Geehrte liebe Eltern und Geschwister, Euer Kind, Eure Schwester als Anwärterin des ewigen Glücks des Himmels zu wissen, dem niemand und nichts entreißen kann, muss Trost und Balsam in die Wunden Eurer Herzen sein. Die Hoffnung auf ein Wiedersehn im (da hat der Schreiber was vergessen) und die Sehnsucht nach dem früh verstorbenen Kind ist Heilung für den bitteren Abschiedsschmerz und mächtiger Ansporn diesen selben Himmel um jeden Preis zu gewinnen, um dort wieder mit Eurer Tochter vereinigt zu werden.

Wir alle aber, und besonders die liebe Jugend soll von diesem Grab die Lehre mit ins Leben nehmen: der Tod kommt oft ganz unverhofft und unerwartet. Weil dem so ist, ist es Torheit zu glauben, ein plötzliches frühes Sterben kommt für mich nicht in Betracht. Darum sollen wir immer bereit sein nach dem Wort des Herrn immer im Stande der Gnade und uns Verdienste sammeln,  reich werden für den Himmel durch Beten und Arbeiten und guter Meinung. Und die 2. Lehre: Man darf sich freuen in der Jugend des Lebens und vorwärts streben aber immer so, daß die Gebote Gottes nicht zu Schaden kommen.

„Freu dich in Tagen deiner Jugend – aber vergiß nicht, daß Gott dich richten wird. Die größte Freude auf dem Sterbebett ist der Gedanke an eine unentweihte Jugend weil da der Grund gelegt worden ist fürs ganze Leben. Darum nützet die Zeit der Jugend, daß ihr einst gebettet werdet im Gottesacker als schönes Samenkorn, das hinüberwächst ins Paradies des Himmels.

Leben wir alle so, das wir den Preis, das Ziel nach diesem  Erdenleben erlangen: die Freude und Seligkeit bei Gott durch eine ganze Ewigkeit : Amen

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