PG Don Bosco

Es ist Trümmerzeit! Wir schreiben das Jahr 520 v. Chr. In Jerusalem liegt alles darnieder. Die nach Babylon Verschleppten kehren heim in eine zerstörte Stadt. Hier steht kein Stein mehr auf dem anderen. Die Menschen sind müde, sie sehen keine Perspektive, sie sind mit Überleben beschäftigt. Sie denken kaum über den Tag hinaus.

Siehe, ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf. Ich gebe meinen Geist in euch, dann werdet ihr lebendig. Ich habe gesprochen und ich führe es aus – Spruch des HERRN.

Diese Worte des Propheten Ezechiel haben mich gerade in der heutigen Situation ganz besonders angesprochen. Denn durch sie verspricht Gott, sein Volk aus seinen Gräbern herauszuholen.

Am 25. März wird es adventlich: Wir feiern das Fest „Verkündigung des Herrn“, oder, wie man es auch nennt, „Mariä Verkündigung“, pünktlich neun Monate vor dem Weihnachtsfest. Maria bekommt Besuch vom Engel Gottes, der ihr ankündigt, dass sie den Retter zur Welt bringen soll. 

Für Maria beginnt damit sozusagen ab sofort der Advent, die Erwartung, dass dieser Retter kommen wird - und das auch noch durch sie selbst! Eine großartige Erwartung, absolut umwerfend, lebensverändernd, fast unglaublich.

…so wird bei Katholiken und Protestanten der vierte Sonntag der Fastenzeit genannt. Ist das derzeit denn passend? Sollte man ihn im Moment nicht lieber „Sei vorsichtig!“ nennen? Nein, liebe Leute, wir werden ihn nicht umbenennen – gerade jetzt erst recht nicht!

Unsere Sprache verrät uns, wenn wir über unser Verhalten in Krisen sprechen: Da reden wir von „enger zusammenrücken“, uns „gegenseitig den Rücken stärken“, „zusammenhalten“ usw. Eigentlich alles Ausdrücke von körperlicher Nähe, nach der man sich in angstbesetzten Zeiten sehnt.

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