PG Don Bosco

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Auf dieser Seite und unter www.katholisch-nes.de finden Sie immer wieder Impulse, liturgische Texte, Hausgottesdienste (auch für Familien) und Videos (Psalmen). Weitere Informationen zur aktuellen Situation in der Seelsorge gibt es hier.

Es ist Trümmerzeit! Wir schreiben das Jahr 520 v. Chr. In Jerusalem liegt alles darnieder. Die nach Babylon Verschleppten kehren heim in eine zerstörte Stadt. Hier steht kein Stein mehr auf dem anderen. Die Menschen sind müde, sie sehen keine Perspektive, sie sind mit Überleben beschäftigt. Sie denken kaum über den Tag hinaus.

Es ist Trümmerzeit! Wir schreiben das Jahr 2020 n Chr. In Deutschland und weltweit stehen viele Menschen vor den Trümmern ihrer Existenz, vor den Trümmern ihrer Pläne, ihrer physischen oder psychischen Gesundheit. Die, die arbeiten müssen, arbeiten oft bis zur Erschöpfung. Die, die nicht arbeiten dürfen, machen sich Sorgen um ihren Betrieb, ihre Zukunft. Prognosen und Perspektiven wagt kaum jemand, oder sie sind eher düster.

Es ist Trümmerzeit in Jerusalem, als der Prophet Sacharja die Botschaft vom Friedensbringer, der auf einem Esel reitet und das Reich Davids wieder aufbaut, zum ersten Mal ausspricht. Wie lächerlich! Wie unwahrscheinlich! Und dann, 500 Jahre später, reitet da tatsächlich einer auf einem Esel in die Heilige Stadt - Jesus. Das äußerlich sichtbare Reich Davids wird er nicht zurückbringen, aber er bringt eine Botschaft, die weit über irdische Königreiche hinaus geht. Er bringt eine Hoffnung, die in allen Trümmerzeiten der weiteren Weltgeschichte und sogar noch nach 2000 Jahren in den Herzen unzähliger Menschen brennen wird: Hier ist ein König, der bereit ist, die Schläge dieser Welt einzustecken, mitten in ihre Trümmer hineinzugehen, um sie zu verwandeln in das Heil für alle. Hier ist ein König, der sich brechen lassen wird, um am Ende den Tod zu zerbrechen.

Für manche mag das mitten in Trümmern und Krisen wie das „Pfeifen im Wald“ klingen. Doch vielleicht müssen Christen die Pfeifer im Wald sein, nicht aus Angst, sondern aus Überzeugung. Pfeifer, die anderen Mut machen, die schon jubeln „Hosanna dem Retter!“, obwohl die Rettung noch weit weg scheint. Christen sind Menschen, die diese lächerliche Hoffnung und diese unwahrscheinliche Zukunft verkünden - „Narren um Christi Willen“, wie Paulus sagt. In diesen Zeiten - wie in allen Trümmerzeiten - nicht die schlechteste Aufgabe, oder?

Gebet

Unser König, Jesus Christus,
wir jubeln dir zu,
nicht weil du uns vor allem Schlimmen bewahrt hättest,
nicht weil du „Hokus-Pokus“ das Unheil aus dieser Welt befördert hättest.
Nein, wir jubeln dir zu,
weil du dabei bist,
wenn wir in den Trümmern unserer Welt sitzen,
weil du ein König bist, der mitleidet,
weil dein Reittier kein hohes Schlachtross ist,
sondern ein kleiner Esel - weil du mit uns auf Augenhöhe bleibst.
Wir jubeln dir zu,
weil der Ausblick auf deine Zukunft,
auf dein Königreich,
heute schon unsere Gegenwart verändert
und uns hilft, die Trümmer zu tragen und zu ertragen,
die unsere Zeit uns auferlegt.
Hosanna dem Sohne Davids!
Hochgelobt sei, der kommt im Namen des Herrn!
Hosanna in der Höhe!

Christian Klug

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